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Der Käse kommt vor dem Dessert - Wertschätzung für Stil und Respekt kommt nie aus der Mode!

Das Buch „Der Käse kommt vor dem Dessert“ von Vincent Moissonnier und Joachim Frank, erschienen im DuMont Verlag, erzählt von 40 Jahren Restauranterfahrung in der gehobenen Gastronomie.


„Der Käse kommt vor dem Dessert“ von Vincent Moissonnier und Joachim Frank
„Der Käse kommt vor dem Dessert“ von Vincent Moissonnier und Joachim Frank

Mit Einfühlungsvermögen und einer humorvollen Sprache macht Vincent Moissonnier aufmerksam auf einen Respekt-und stilvollen Umgang miteinander. Einen Aufmerksamkeit die das Leben bereichert und verschönert und die kleinen aha-Ergebnisse hervorbringt.

Wir leben in einer Welt großer Veränderungen. Etikette ist ein Moment der Stabilität in instabilen Zeiten, ein unschätzbares Kapital.


Gutes Benehmen bleibt, die Regeln überdauern. Er ist bis heute dankbar und glücklich, dass seine Eltern ihm von Kindesbeinen an Benehmen beigebracht haben, sie haben ihn schon früh ins Restaurant mitgenommen und ihm gezeigt wie man sich dort verhält. Viele lernen das heute nicht mehr. Deshalb möchte er mit etwas vertraut machen, was früher selbstverständlich war.


Er wünscht sich das Leserinnen und Leser durch dieses Buch ein Gefühl für Stil entwickeln.

In der modernen Zeit stellt man sich natürlich die Frage sind die Regeln, basierend auf traditionellen Geschlechterbildern: der Herr ist Kavalier, der Beschützer der Dame! Heute noch zeitgemäß?

Vincent Moissonnier beantwortet es so:

„Lassen Sie mich doch altmodisch sein! Wenn ich mit meiner Schwiegertochter am Tisch sitze und sie sich erhebt, dann stehe ich auf, selbstverständlich stehe ich auf. Und wenn ich sie-knapp 30 Jahre alt-dann anschaue, stelle ich fest: sie hat es wahrgenommen, und sie freut sich über die kleine Geste des Respekts.

Es schadet niemandem, wenn ich einer Dame die Tür aufhalte und ihr den Vortritt lassen. Bin ich deswegen ein Sexist?

Stört es die Tischpartnerin, wenn der Herr sie zuerst bestellen lässt? Wenn eine Mehrheit das so sehe, müsste ich sagen: in einer solchen Welt bin ich falsch.

Als Gastgeber wäre ich am Ende, und es gebe dann eben kein Restaurant mehr wie unseres!“


Das gleiche gilt für gleichgeschlechtliche Paare, in seinem Lokal verkehren viele queere Gäste. Schwule oder lesbische Paare machen unter sich aus, wie sie die klassischen Regeln für sich adaptieren und danach richtet sich das Personal.

Zugleich richten sich die Antennen aus für das kommunikative Gefälle oder Ungleichgewicht, das auch in gleichgeschlechtlichen paar Beziehungen zu finden ist. Da gibt es zum Beispiel einen Schwulenfreund, der gern das große Wort führt. Wenn er hier zu zweit im Restaurant ist, dann fragen wir bei der Bestellung zuerst seinen Mann.


Er hat seit 40 Jahren sein Restaurant in Köln. Was man dort lernen kann ist Toleranz! Die Dinge nicht ganz so verkniffen sehen, locker bleiben, die Menschen gern haben so wie sie sind. Das steht als Art. 1 des richtigen Benehmens auch über allem, was in diesem Buch sonst noch zu lesen ist. Bleiben Sie gelassen! Seien Sie gut zu sich und zu den andern und genießen Sie den Moment!

 

Die schöne Aufmachung des kleinen Einbands mit teilweise lackiertem Druck ist sehr ansprechend und hochwertig.

Die vielen tollen Illustrationen von Nishant Choksi unterstreichen die Themen auf eine humorvolle Art.

Ein tolles Buch voller interessanter Aspekte, so beantwortet es noch offene Fragen die man sich schon immer gestellt hat. Es macht Spaß darin zu lesen!

 

5 von 5 Sternen

 

 

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